MONTAGEBERICHT: Türen, die gerade nicht gebraucht werden, in der Wand zu parken, ist sicherlich die eleganteste Art Räume zu öffnen. Zur Realisierung solcher Schiebetür-Lösungen hat sich die Verwendung von Einbauelementen durchgesetzt. Ein gestalterisches Highlight ist die Kombination mit einem Glastürblatt. Doch bei den Ausstattungsmöglichkeiten und der Montage der Einbauelemente gibt es von Hersteller zu Hersteller eine Reihe von Unterschieden, welche die Montage einfacher oder schwieriger machen.

 

 

Während im Segment der Drehtüren die Verwendung von Holztürblättern mit weitem Abstand überwiegt, verfügt die Mehrzahl der Schiebetüren über ein Glastürblatt. Das liegt sicherlich an der besonderen Bedeutung, die Schiebetüren bei der Raumgestaltung einnehmen und bei der Glastüren eine ideale Ergänzung darstellen.

 

Schiebetüren ermöglichen den schnellen Wechsel vom „offenen“ Wohnen zu klar strukturierten Wohnbereichen. Eine Eigenschaft, die in der Kombination mit einem Glastürblatt, noch betont wird, da die Glastür ja selbst für fließende Übergänge im Wohnbereich steht. Hinzu kommt die einzigartige Gestaltungsvielfalt, die Glastüren bieten. Sei es durch den Einsatz von ultratransparenten Gläsern, bis hin zu farbigen Gläsern und Gläsern mit Motiven.

 

Deshalb hat es im Bereich Glas-Schiebetüren ist ein enormes Marktwachstum gegeben. Neben den „auf der Wand“ laufenden Schiebetüren gibt es auch die weniger bekannten aber sicherlich architektonisch überzeugenderen Varianten, bei denen das Türblatt in einer Nische in der Wand geparkt wird. Die Zeiten, in denen diese Wandtaschen mit samt der Laufschiene eine individuelle Bastellösung des jeweiligen Handwerkers waren, sind - zum Glück - schon lange vorbei.

 

Die Verwendung eines Einbauelements, das nach der Montage einen festen Rahmen bildet, in dem alle Komponenten einer Schiebetür aufeinander abgestimmt vereint sind, gehört heute zum Standard. Trotzdem gibt es bei den einzelnen Herstellern feine, aber für die Montage und das spätere Finish der Tür nicht unerhebliche Unterschiede.

 

Diese beginnen schon bei der Montage des Einbauelementes, bevor dieses in die Wand integriert wird. Die weitverbreiteten Kit-Systeme gibt es von verschiedenen Herstellern und das Angebot reicht von einem mehr oder weniger „Bastelsatz“, bei dem alle Quer- und Längstraversen, inklusive der Laufschienen angepasst werden müssen - was sehr viel Zeit (und oft auch viele Nerven) kostet, bis hin zum Bausatz, der exakt auf ein Türblattmaß abgestimmt ist. Scrigno, nach Absatzzahlen die Nummer 1 im europäischen Markt der Einbauelemente für Dreh- und Schiebetüren, beschreitet einen dritten Weg. Allerdings war das Unternehmen bisher auf dem deutschen Markt nicht aktiv, was sich aber mit der Gründung der Scrigno Deutschland GmbH in diesem Jahr grundlegend geändert hat.

 

Was bisher dem deutschen Markt vorenthalten blieb und daher völlig unbekannt ist: Die Wandtasche, ist komplett vormontiert. Die Montage des Einbauelements geht deshalb besonders schnell. In die Wandtasche wird die Laufschiene, in der auch alle Zubehöre enthalten sind, eingeschoben, bis sie einrastet. In die Laufschiene wird dann der Anschlagpfosten gesteckt und verschraubt.

 

Fertig ist das Einbauelement. Durch die trapezförmig gepressten Bleche und die maschinelle Fertigung wird eine Steifheit erreicht, die Montagekits üblicherweise nicht aufweisen. Das Einbauelement wird in die im Trockenbau hergestellte Öffnung der Wandkonstruktion, die den Platz für den Türdurchgang und die Wandtasche bietet, eingesetzt und verschraubt. Unter dem Namen Essential präsentiert Scrigno eine Serie von Einbauelementen, die für den detailreduzierten, wandbündigen Einbau von „zargenlosen“ Schiebetüren, also ohne sichtbare Zarge, entwickelt wurden. Ein hochbelastbares Aluminiumprofil definiert den Durchgang und wird durch Aufbringen der finalen Oberfläche ein Teil der Wand. Neben den „klassischen“ ein- oder zweiflügeligen Einbauelementen, bietet die Essential Serie auch Elemente mit zwei und oder drei parallel laufenden Glastürblättern und weitere designorientierte Dreh- und Schiebetürlösungen.

 

Komfort ab Werk, der nicht montiert werden muss. Die Einbauelemente werden auf dem deutschen Markt nur mit Komfortkomponenten ausgeliefert, die schon im Werk in die Laufschiene integriert wurden. Ein nachträgliches Einbauen oder Entnehmen von Komfort Komponenten ist konstruktiv jederzeit, im eingebauten Zustand möglich. Es sind zwei Ausstattungsvarianten erhältlich. Beim Ausstattungspaket „Komfort“ ist in der Laufschiene ein doppelter Dämpfer verbaut. Das Türblatt wird sowohl beim Schließen am Anschlagpfosten als auch beim Öffnen in der Wandtasche, auf den letzten Zentimetern sanft abgebremst und gedämpft in die jeweilige Ruheposition gebracht.

 

Beim zweiten Ausstattungspaket „Kompakt“ ist in der Laufschiene ein Mechanismus integriert, der es per „push-pull“ ermöglicht, das Türblatt vollständig in der Wandtasche ruhen zu lassen und auf Wunsch durch leichtes Drücken der Tür, diese wieder aus der Ruheposition zu holen. Ein einseitiger Dämpfer übernimmt zusätzlich das Abbremsen des Türblattes kurz vor dem Anschlagpfosten, um die Tür sanft zu schließen.

 

Eine weitere Besonderheit der Scrigno Einbauelemente ist der - im Vergleich zu anderen Modellen - sehr massive, u-förmig ausgebildete Anschlagpfosten. In Verbindung mit der werkseitig montierten Wandtasche gewährleistet er eine optimale Lastabtragung, was bei den schwereren Glastüren sehr wichtig ist. In Verbindung mit der hoch steifen Laufschiene wird eine Laufruhe erzeugt, die besonders wichtig ist, damit das Türblatt beim Fahren in ungewollte Schwingungen gerät, was störende Geräusche erzeugen kann. Selbstverständlich lässt sich das Türblatt einbauen, nachdem das Einbauelement in die Wand integriert wurde. Die U-Form des Anschlagpfostens vereinfacht dabei das Einfädeln des Türblattes deutlich.

 

Das Glastürblatt wird mit zwei schlanken aber leistungsfähigen Klemmbeschlägen - Bohrungen sind nicht erforderlich - an den beiden Laufwagen befestigt. Auf Wunsch können Glastürblätter bis zu einem Gewicht von 120 Kilogramm bewegt werden. Nachdem das Glastürblatt ausjustiert wurde, wird die Tür in die Wandtasche geschoben und der u-förmige Anschlagpfosten wird mit dem Anschlagprofil aus Aluminium, das auf das Glastürblatt angepasst ist, geschlossen. Danach wird als Verbendung auf die Klemmbeschläge ein Aluminiumprofil geklickt. So entsteht in wenigen Schritten eine filigrane und leistungsfähige Schiebetür-Lösung mit Glastürblatt.

 

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